Schwarzer Tee - China
30. August 2026
Tee Lexikon
China ist das Ursprungsland des Tees — und bis heute das Land mit der größten Sortenvielfalt. Für Schwarztee gilt dabei eine Besonderheit: Was in Europa „Schwarztee" heißt, nennt man in China roten Tee (hong cha), benannt nach der Farbe des Aufgusses statt der des Blatts. Wer die Bezeichnung „Red Tea" auf einer Packung liest, hält also einen Schwarztee in der Hand.
Keemun — der Klassiker aus Anhui
Keemun stammt aus der Provinz Anhui und ist der Tee, mit dem China den Schwarztee für Europa definiert hat. Jahrzehntelang bildete er die Basis englischer Frühstücksmischungen. Sein fein gerolltes, tiefschwarzes Blatt ergibt einen vergleichsweise hellen Aufguss: weich, süßlich-nussig und ausgesprochen gerbstoffarm. Wer kräftige indische Schwarztees gewohnt ist, findet hier das andere Ende der Skala.
Lapsang Souchong — der geräucherte
Lapsang Souchong ist der einzige Tee, der bewusst geräuchert wird: Das fertige Blatt wird über Holzfeuer getrocknet und nimmt dessen Rauch auf. Die Bezeichnung „Tarry" steht für die kräftigere Räucherung. Ein Tee, der polarisiert — dazwischen gibt es wenig.
Pu Erh — genau genommen kein Schwarztee
Pu Erh aus Yunnan wird in der chinesischen Einteilung nicht zum roten, sondern zum dunklen Tee gezählt. Der Unterschied liegt in der Nachgärung: Pu Erh reift nach der Verarbeitung weiter und verändert sich über Jahre, statt einfach zu altern. Deshalb ist er der einzige Tee, der in China gezielt gelagert wird. In der Tasse zeigt er sich dunkel und sanft erdig.
Zubereitung
Chinesische Schwarztees vertragen kochendes Wasser, brauchen aber selten lange: Zwei bis vier Minuten genügen. Keemun und Lapsang trinkt man klassisch pur — Milch würde ihre feinen Noten zudecken. Beim Pu Erh wird der erste kurze Aufguss traditionell weggeschüttet, um das Blatt zu öffnen.